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Gabriele Stötzer, GfzK Leipzig

Letzten Sonntag unternahm ich einen Ausflug in die Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig. Dort gab es ein authentisches Archiv der Ex-DDR Künstlerin Gabriele Stötzer zu sehen. Arbeiten verschiedenster Medien wurden auf engstem Raum und handwerklich sehr improvisierten Regalen und Podesten präsentiert. (Manipulierte) Fotografien, Videos, Zeichnungen, Malereien, Kostüme, Skulpturen, Audioarbeiten, Wandteppiche, Texte. Thematisch und stilistisch hätte ich das gesamte Archiv den 1960er und 1970er Jahre zugeordnet. Eigenermächtigung des Körpers, Erforschung von Geschlechterrollen, Kollektivismus. Ich war dann doch verwundert zu erfahren dass die Arbeiten hauptsächlich Mitte der 80er entstanden sind. Dabei darf natürlich nicht unerwähnt bleiben dass Gabriele Stötzer Bürgerin der DDR war und genau diese Auseinandersetzungen vom Staat geahndet und verfolgt wurden. Dennoch fällt es mir häufig schwer Künste nach ihren Umständen zu bewerten. Der Zusammenhang der Arbeiten untereinander und im Kontext des Zeitgeschehens fällt dann deutlich mehr ins Gewicht, als die Arbeiten für sich gesehen selbst. Um ehrlich zu sein gab es für mich nur eine Arbeit in dieser Ausstellung, welche die Zeit überdauert hat. Die Ausstellung als Archiv zu kuratieren war daher eine gute, gestalterische Entscheidung um den Fokus nicht auf die Arbeiten Stötzers zu beziehen, sondern die Frauen (und auch wenigen Männer) die sich in dieser Zeit getroffen haben um kreativ zu sein. Die Kollektion fühlte sich intim an weil sie nicht die Themen der einzelnen Werke, die Künstlerpersonen (ich konnte zum Beispiel anhand der fotografischen Arbeiten nicht ganz nachvollziehen wer von den abgelichteten Personen nun eigentlich Gabriele Stötzer sein soll) oder die politischen Umstände durch eine lineare Ausstellungsform in den Vordergrund rückt. Die Intimität gleicht einem Dachbodenfund. Und wie auch bei einem Dachbodenfund sind nicht die einzelnen Objekte Gegenstand der Betrachtung, sondern ihre Geschichte.


Was schön ist, ist nicht gleich gut.
Was gut ist, bleibt immer schön.
– Michele Baviera


He needs me, Duvall

„And all at once,
I knew at once,
I knew he needed me.
Until the day I die, I wonder why,
I knew he needed me.
It could be fantasy oh, or maybe it’s because…
He needs me.
It’s like a dime a dance,
I’ll take a chance I will because he needs me.
No one ever asked before, before, because they never needed me.
“But I do”
But he does!
Maybe it’s because he’s so alone.
Maybe it’s because he’s never had a home.
For once, for once in life I felt that someone needed me.
And if it turns out real,
then love can turn the wheel.“
– Shelley Duvall, He needs me


Schiff des Theseus, Neurath

„Es gibt keine tabula rasa. Wie Schiffer sind wir, die ihr Schiff auf offener See umbauen müssen, ohne es jemals in einem Dock zerlegen und aus besten Bestandteilen neu errichten zu können.”
– Otto Neurath


Lucky, Kant

„…und wie viele mögen ein langes schuldloses Leben geführt haben, die nur Glückliche sind, so vielen Versuchungen entgangen zu sein.“ 
– Immanuel Kant